Konzertchronik

Oktober 2021

LUFT

Musik und Videokunst mit dem John Sheppard Ensemble Freiburg und mit Manuela Hartel

Nach der erstmaligen Zusammenarbeit des John Sheppard Ensembles Freiburg mit der Münchener Videokünstlerin Manuela Hartel im Jahr 2019 setzen beide Akteure nun ihre Kooperation in Form einer vierteiligen Konzertreihe fort: Nachdem sich vor zwei Jahren Musik und Bild ganz von dem Element Wasser inspirieren ließen, soll nun auch den drei übrigen Elementen Luft, Erde und Feuer jeweils ein Konzertprojekt gewidmet werden. Der zweite Teil unserer Elemente-Reihe dreht sich diesmal um LUFT: Luft als akustische Trägerin von Schwingungen, Klängen und Klangfarben, welche das Publikum umströmen. Luft als geistlich-poetische Quelle der göttlichen Inspiration, ob im christlichen Glauben an den unbegreiflichen Heiligen Geist oder in nordischen Mythen vom durch die Fjorde heulenden Berggeist. Luft als Übermittlerin traditioneller musikalischer Botschaften von skandinavischen Hirtenkindern über weite Täler und Wälder hinweg. Luft als leise säuselnde Winde, die dem ruhelosen Erfinder Leonardo da Vinci im Traum den Wunsch einflüstern, sich in die Lüfte zu erheben.

Lassen Sie sich in den Bann ziehen von der Musik von Vytautas Miškinis, Jordan Nobles, Jan Sandström, Eric Whitacre, Veljo Tormis und Thomas Jennefelt sowie von Manuela Hartels kunstvollen Videoinstallationen. Begleitet wird der Chor von Philipp Becker, Percussion.

Jordan Nobles (*1969) Coriolis
Jan Sandström (*1954) Biegga Luohte
Vytautas Miškinis (*1954) Veni Sancte Spiritus
Veljo Tormis (1930 - 2017) Helletused
Eric Whitacre (*1970) Leonardo Dreams of His Flying Machine
Thomas Jennefelt (*1954) Villarosa Sarialdi

Hier können Sie schon vorab im Programmheft lesen: Programmheft LUFT
Während des Konzertes ist es dunkel und das Lesen nur erschwert möglich.

August 2021

ging hinaus ich in den grünen garten

Eine Sinfonie der Sinne mit dem John Sheppard Ensemble

Nicht zuletzt, aber doch vermehrt haben viele Menschen im Verlauf der COVID-19-Pandemie ihre Beziehung zur Natur und auch zu ihren Gärten neu entdeckt. Und was es da alles zu entdecken gab!

Der schwere Geruch nasser Erde oder der liebliche Duft der Rose, das Summen der Bienen oder den Gesang der Amseln, die zierlichen Blüten des Vergissmeinnicht oder die intensive Farbenpracht der Dahlien, der würzige Geschmack frisch geernteter Kräuter oder die saftige Süße der ersten reifen Erdbeeren ... All diese Erfahrungen teilen wir Menschen von heute mit unseren Vorfahren; und so nimmt es nicht wunder, dass auch diese sich schon vielfach in Poesie, Malerei und Musik mit den Inspirationen der Natur auseinandergesetzt haben.

Unsere musikalische Reise führt uns von Purcell und Holst in England über die skandinavische Naturlyrik von Hallén, Alfvén und Ešenvalds sowie das Chorwerk Johannes Brahms’ bis hin zu den Chansons des Roses von Morten Lauridsen – begleitet von Doesjka van der Linden an der Harfe. Darüber hinaus erwartet das Publikum ein Paradise in the Garden in Miniaturform: zum Fühlen, Riechen, Schmecken, Sehen – und natürlich: Hören!

Henry Purcell (1659 - 1695) Young John the Gard’ner
Gustav Holst (1874 - 1934) The Spring
Gustav Holst (1874 - 1934) The Summer
Simon & Garfunkel Scarborough fair / The Canticle
Andreas Hallén (1846 - 1925) Osterglocken
Ēriks Ešenvalds (*1977) The earthly Rose
Hugo Alfvén (1872 - 1960) Uti vår hage
Johannes Brahms (1833 - 1897) Rosmarin aus: Des Knaben Wunderhorn
Johannes Brahms (1833 - 1897) Brennessel steht am Wegesrand
Johannes Brahms (1833 - 1897) Das Mädchen
Morten Lauridsen (*1943) Les Chansons des Roses
Oktober 2020

Ruh'n sie?

Mit einer Abendmusik unter freiem Himmel meldet sich das John Sheppard Ensemble aus der coronabedingten Zwangspause zurück. In der malerischen Umgebung des Seeparks erklingen in der Abenddämmerung an verschiedenen Plätzen A-cappella-Werke von Barber, Berger, Brahms, Gjeilo, Reger und Rheinberger zu den Themen Wasser, Naturempfindung, Abend und Nacht.

Dabei spazieren Chor und Publikum einmal gemeinsam vom Japanischen Garten bis hin zu den Rosenterrassen der Eugen-Martin-Anlage. Die großen Plätze erlauben dabei jederzeit die Einhaltung der in der Corona-Verordnung festgelegten Mindestabstände. Um auch die übrigen Vorgaben erfüllen zu können, ist ein Besuch der Serenade nur nach Erwerb eines Tickets im Online-Vorverkauf möglich. „Gemeinsam statt einsam“ können Chor und Publikum so den Gleichklang von Natur und Kultur genießen.

Januar 2020

Venezianische Weihnacht

Claudio Monteverdi (1567-1643)

Die Bekanntheit von Claudio Monteverdis „Marienvesper“ (1610) lässt mitunter zwei andere große Sammlungen geistlicher Musik dieses Meisters in Vergessenheit geraten: „Selva morale e spirituale“ (1641) sowie „Messa et Salmi“ (1651). Entsprechend der Anlage der „Marienvesper“ präsentiert das John Sheppard Ensemble in seinen diesjährigen Weihnachtskonzerten daher diesmal eine „Weihnachtsvesper“, die aus diesen beiden Sammlungen zusammen gestellt ist: groß angelegte doppelchörige Psalmenvertonungen wechseln sich ab mit solistischen „Concerti“, die Klangfarben von Solisten, Chor und Originalklang-Instrumentalensemble treten in einen bunten Wettstreit miteinander. Feiern Sie mit uns den Ausklang der Weihnachtszeit und den Start in unser Jubiläumsjahr „25 Jahre John Sheppard Ensemble“ mit der klanglichen Prachtentfaltung des venezianischen Barock.

Solisten:

  • Mirjam Striegel, Anja Bittner (Sopran)
  • Tobias Knaus (Altus)
  • Tiago Pinheiro de Oliveira, Fabian Strotmann (Tenor)
  • Karsten Müller (Bass)
Introitus Deus in adiutorium – Domine ad adiuvandum
Psalm 109 Dixit Dominus secondo (aus Messa e salmi)
Concerto I Jubilet (aus Selva morale e spirituale)
Psalm 110 Confitebor terzo alla francese (aus Selva...)
Concerto II Currite, currite, populi, currite
Psalm 111 Beatus vir primo (aus Selva...)
Concerto III Exultent caeli
Psalm 112 Laudate pueri primo (aus Selva...)
Concerto IV Cantate Domino
Psalm 113 Laudate Dominum secondo (aus Selva...)
Concerto V Exulta, Filia Sion
Hymnus Jesu, redemptor omnium (aus Selva...)
Magnificat Magnificat primo (aus Selva...)

Konzertrezension aus der Badischen Zeitung: „Sinnliches Gotteslob“ vom 08. Januar 2020

Programmblatt