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Samstag, 8. März 2008, Christuskirche Freiburg


John Sheppard Ensemble

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Dietrich Buxtehude
3 Kantaten aus "Membra Jesu nostri"

Johann Sebastian Bach
Kantate 106, "Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit"  (Actus tragicus)

Henry Purcell / Sven-David Sandström
Hear my Prayer

Henry Purcell
Funeral Music for Queen Mary

u. a.

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Miriam Feuersinger - Sopran

Alex Potter - Altus

Joachim Streckfuss - Tenor

Kai-Rouven Seeger - Bass

 

Leitung: Johannes Tolle

 

Pressestimme

Kritik in Kürze

Badische Zeitung, 17. März 2008

 

Ist man auf Sven-David Sandströms Bearbeitung von Purcells "Hear my prayer" nicht gefasst, so schaut man sich unwillkürlich um nach der Quelle des Brummens, das in die voll entfaltete Polyphonie hineinklingt. Die Irritation ist gewollt, der plötzlich schmutzige Klang stört auf aus dem Bad im Wohlklang. Er zwingt zum Hinhören.
Das Programm des John-Sheppard-Ensembles in der Freiburger Christuskirche verband solche Musik der Besinnung, wie sie in eine Fastenzeit passt, mit Trauermusiken: Sätze aus Purcells "Tauergesängen für Queen Mary" und Bachs Kantate "Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit" BWV 106. Unter Johannes Tolles entspannter Führung wurden Gemeinsamkeiten zwischen Bachs Frühwerk und Sandströms Purcell-Ergänzung spürbar: Die Irritation ABC

 

durch Collage, bei Bach durch einander überschneidende Texte. Fast immer ließ Tolle seinen Chor von einem leisen, aber klaren und fokussierten Klang aus singen; die Kraftreserven forderte er selten, um so nachdrücklicher wirkten sie. Stets dezent und klanglich wunderschön musizierte auch das Ensemble aus Instrumentalisten von der Schola Cantorum Basel, das in drei Kantaten aus Buxtehudes "Membra-Jesu" -Zyklus ein inniges Konzertieren mit den Solisten entfaltete. Mit zwei Sätzen still-konzentrierten Ausdrucks, Purcells "Evening Hymn" und der Kantate "Ach, dass ich Wassers g’nug hätte" von Heinrich Bach, provozierte Sänger Alex Potter einen Extra-Applaus am Schluss: Zart und süß erklang sein Altus, ohne alles Herbe — unirdisch schön.

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