1. / 2. Juli 2000 (Freiburg)
Chorwerke von Johannes Brahms

Motetten op. 74, Nr.1 und op. 110 Nr. 1
Quartette op.112, Nr.1 und 2
Zigeunerlieder
Liebesliederwalzer

 


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P r e s s e s t i m m e :

John-Sheppard-Ensemble: Beweglicher Chorklang

Langsam, aber stetig entwickelt sich das John-Sheppard-Ensemble zu einer festen Größe in der Freiburger Chorszene. Und zu einem Chor von beachtlicher Qualität. Davon zeugte jetzt das Programm, mit dem sich die Sänger unter Johannes Tolles Leitung als überaus homogen, klangsensibel und sehr intonationssicher präsentierten. Letzteres gilt vor allem für exponierte Stellen, vor denen sich Chorsänger sonst so oft fürchten: so etwa für die herausgehobenen "Warum?"-Einwürfe in der Motette "Warum ist das Licht gegeben". Hier kamen sie auf den Punkt. Das John-Sheppard Ensemble kultiviert einen sehr beweglichen Chorklang; wie gut dessen Einzelstimmen verschmelzen, erhellten zumal die einstimmigen Lieder in den "Liebesliederwalzern". Der Pianist Albrecht Dammeyer, der hier dem Chorleiter am Klavier beistand, begleitete auch unter anderem die "Zigeunerlieder" mit großer Präzision. Die Mischung aus Geistlichem und Weltlichem in diesem Konzert ließ allerdings ein etwas ungutes Gefühl zurück. Zwei Motetten als Entrée-Billetts in die Kirche für ein ansonsten weltliches Programm hätte man noch hingenommen - aber dann hätte der Flügel in der Christuskirche klingen müssen. Das aber tat der eindeutig nicht.

Ben. (Badische Zeitung, 5. Juli 2000)